PROJEKT REITTHERAPIE

die Möglichkeit, das Glück auf dem Rücken der Pferde zu empfinden. Seit 2010 bietet Ruhrwerk e.V. therapeutisches Reiten für Kinder mit Handicap oder besonderem Förderungsbedarf an.

Therapeutisches Reiten für wen?

  • Schüler*innen verschiedener Grundschulen (Grundschule Börsinghauserstrasse, Vellwig-Schule, Max-Wiethoff Schule)
  • Schüler*innen der Förderschule Paul Klee / Erich Kästner mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten

Projektinhalt

Reittherapie mit dem Pferd heißt für uns, sich an den Ressourcen der Kinder zu orientieren und diese zu stärken. Nicht ihre Defizite stehen im Vordergrund sondern ihr persönliches Menschsein mit all seinen Besonderheiten. Das Therapiepferd ermöglicht den Kindern sich und andere anzunehmen, zu wertschätzen und eine tragbare Beziehung aufzubauen. Ein wichtiger Aspekt in der Reittherapie ist die psychologische bzw. seelische Wirkung des Tieres auf die Kinder: Es muss durch Putzen, Füttern und Führen versorgt werden. Der „Streicheltiercharakter“ ermutigt, sich mit dem Pferd Herausforderungen zu stellen und sich auf Neues einzulassen. Die Erfahrungen ein großes und starkes Tier erfolgreich zu lenken und dessen Ruhe und Vertrauen zu spüren, lassen die nächsten Herausforderungen gleich machbarer erscheinen und mit frischem Mut angehen. Dieses ist die Voraussetzung für das Lernen in allen Bereichen, sowie für die Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls. Durch den Körperkontakt zum Pferd spürt das Kind dessen Bewegung und die Wärme und genießt es, getragen zu werden. Die Erfüllung solcher grundlegenden menschlichen Bedürfnisse wirkt andauernd und ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele.

Die Erfolge, die wir mit der Reittherapie erzielen, berühren die Kinder und auch uns selbst. Das motiviert uns täglich aufs Neue, uns weiterhin dafür einzusetzen.

Unsere Ziele:

  • Verbesserung des Lebensgefühls
  • Spaß an körperlicher Aktivität unabhängig von Leistung
  • Verbesserung von Körpergefühl, Gleichgewicht und Ausdauer
  • Aufbau eines positiven Selbst- und Fremdbildes
  • Angstabbau
  • Entwicklung von Konfliktfähigkeit
  • Auseinandersetzung und Umgang mit Regeln und Grenzen

Projektleitung

Julia Große-Lahr, Reitlehrerin und Physiotherapeutin - Hof Große-Lahr

Anke Pietka, Erzieherin und Diplom-Sozialpädagogin, Schulsozialarbeiterin in Herne

Projektbetreuung Ruhrwerk e.V.
Cordula Klinger-Bischof

Cordula Klinger-Bischof - Tel.: 0151.40521862

Stimme der Max-Wiethoff Schule

„Sehr geehrte Damen und Herren, […]Unserem Ziel, alle Kinder entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen und Besonderheiten angemessen zu fördern, fühlen wir uns im hohen Maße verpflichtet. […] Ein wesentlicher Baustein, der zum Gelingen dieser individuellen Förderung beigetragen hat, ist unsere Reit AG.

Schon im dritten Jahr durften wir erleben, wie eine tiergestützte Pädagogik regelrecht zum Türöffner bei der Arbeit mit unseren Kindern wird.

In unseren Klassen gehen viele besondere Kinder, die in unserer Regelschule erfahren, dass ihr Anderssein keine Ausgrenzung bedeutet. Im Gegenteil: sie erleben Akzeptanz und können eigene Kompetenzen einbringen und ausbauen.

Die Reit AG trägt hierzu im hohen Maße bei. So erfahren Kinder, die in ihrer Emotionalität und ihrem Sozialverhalten beeinträchtigt sind, von Anfang an eine uneingeschränkte Akzeptanz durch den Teampartner Pferd. Das Pferd bewertet kein Verhalten sondern reagiert direkt und unmittelbar auf das Kind. Diesen Kindern gelingt es oftmals wesentlich leichter, eine Beziehung zu ihrem Partner Pferd aufzubauen als zunächst mit Gleichaltrigen. Die positiven Erfahrungen prägen diese Kinder.

Sie nehmen diese Erfahrungen mit und es gelingt ihnen zusehends leichter, auch in Interaktion mit anderen Kindern zu treten. Besonders hervorheben möchte ich, dass autistische Kinder, die unsere Schule besuchen viele positive Erfahrungen sammeln konnten.

Eine besondere Herausforderung in diesem Schuljahr war es, die vielen Flüchtlingskinder in unser Schulleben zu integrieren. Kinder, die in ihren jungen Jahren bereits mit einem ganzen Rucksack von schrecklichen Erfahrungen zu uns in die Schule kamen. Oftmals verhielten diese Kinder sich zu Beginn ihrer Schulzeit sehr zurückhaltend und verschüchtert. Durch die Sprachbarriere fiel es ihnen zunächst schwer, in Kontakt mit anderen Kindern zu treten. Der Umgang mit den Pferden war sehr hilfreich für diese Kinder. Hier spielte es keine Rolle, wo sie herkamen und welche Sprache sie sprechen. Streicheleinheiten und Schmusen mit den Vierbeinern taten vielen Kindern sichtlich gut. Es war schön zu erleben, wie diese Kinder im Umgang mit den Pferden regelrecht aufblühten und Selbstvertrauen zeigten. Mit Begeisterung widmeten sie sich der Pflege ihres Teampartners Pferd.

Wir sind dankbar, dass wir durch die Unterstützung des Ruhrwerks die Möglichkeit bekommen haben, unsere Reit AG betreiben zu können. Aufgrund der angespannten Haushaltslage könnten wir diese wertvolle pädagogische Maßnahme sonst nicht anbieten. Mit dem Hof Große Lahr haben wir einen verlässlichen und tollen Partner an unsere Seite gestellt bekommen. Die Reitlehrerin Julia Große Lahr begegnet unseren Kindern mit großer Empathie und Verständnis. Wir sind dankbar über diese tolle Kooperation, die in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Die Ponys Paul und Bert sind für unsere Kinder zu regelrechten Freunden geworden. […]

Unser Dank geht an das Ruhrwerk und an alle Sponsoren:
Vielen herzlichen Dank!!!
Anja Nowitzki (Lehrerin der Max Wiethoff Schule ) und natürlich alle Kinder”

Max Wiethoff Schule, Herne im Juni 2016

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